Nach Feierabend schnell noch den Wocheneinkauf erledigen, bei den Kindern Vokabeln abfragen, das Geschenk für die Abschiedsfeier vorbereiten, abends noch den Kuchen für das Sportfest backen, der Freundin beim Umzug helfen ... Erkennst du dich darin ein bisschen wieder? Du bist immer für andere da, du hilfst, wo du kannst, hast jederzeit ein offenes Ohr? Doch wo bleibst du dabei? Wann bist du mal dran? Zeit, dir selbst mal etwas Gutes zu tun.
Warum fällt es uns so schwer, uns selbst etwas Gutes zu tun?
Die Gründe dafür sind vielschichtig:
(1) Alte Glaubenssätze
Wir sind mit Glaubenssätzen großgeworden, die uns suggerieren, dass wir erst zur Ruhe kommen und uns etwas Gutes tun dürfen, wenn wir unsere Arbeit erledigt haben. Welchen dieser Glaubenssätze kennst du von dir selbst:
- Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
- Ich bin nur wertvoll, wenn ich etwas leiste.
- Pausen muss man sich verdienen.
- Stillstand ist Rückschritt.
- Ich darf mir erst eine Pause gönnen, wenn alles erledigt ist.
- Ich muss immer produktiv sein.
Dabei wissen wir längst, dass gerade kleine Pausen uns helfen, neue Kraft zu schöpfen, produktiver zu sein und uns selbst nicht aus den Augen zu verlieren.
Mein Tipp: Formuliere für dich einen neuen Glaubenssatz – quasi ein persönliches Selbstfürsorge-Mantra, zum Beispiel: „Ich darf jederzeit eine Pause machen.“ oder „Ich bin nicht für alles alleine verantwortlich.“
(2) Jahrelange Gewohnheit
Wer über Jahre oder Jahrzehnte hinweg gelernt hat, zuerst nach den anderen zu schauen, braucht viel Übung und Geduld mit sich selbst, um aus diesem Muster herauszukommen. Denn auch wenn wir uns heute zunehmend mit Themen wie Selbstliebe und Selbstfürsorge im Alltag beschäftigen und theoretisch ja wissen, wie wichtig all das ist: An der Umsetzung scheitert es meist. Für uns selbst bleibt am Ende doch wieder keine Zeit. Es braucht oft Wochen oder Monate, bis wir alte Gewohnheiten durch neue Routinen ersetzt haben.
Mein Tipp: Suche dir zum Start eine Kleinigkeit, die du nun jeden Tag versuchst umzusetzen, zum Beispiel: Statt morgens nach dem Aufwachen direkt aufs Handy zu schauen, nimm dir eine Minute Zeit für bewusstes Atmen – ohne Handy, ohne Gedankenkarussell.
(3) Leistungsdruck und Vergleiche
Ein weiterer Grund, warum uns Selbstfürsorge oft so schwerfällt, ist der ständige Leistungsdruck und der Vergleich mit anderen. Dank Social Media bekommen wir heute täglich Musterbeispiele präsentiert, wie sich andere perfekt organisieren, den Haushalt super sauber halten, gesünder essen, effizienter arbeiten, den Kindern das tollste Pausenbrot zubereiten usw. Horch mal in dich hinein, was das mit dir macht ...
Wir sind permanent damit beschäftigt, uns mit anderen zu vergleichen, oft ohne es bewusst zu merken. Die Folge: Wir fühlen uns nicht produktiv genug. Nicht diszipliniert genug. Nicht gut genug. Wir werden noch strenger mit uns selbst und versuchen, uns weiter zu optimieren. Doch genau dieser Druck ist es, der uns langfristig erschöpft. Denn je mehr wir uns mit anderen vergleichen, desto weiter entfernen wir uns von unseren eigenen Bedürfnissen.
Mein Tipp: Versuche dich mal aus den Augen deiner besten Freundin zu betrachten. Was mag sie an dir besonders? Was schätzt sie an dir? Was würde sie dir nun Liebevolles sagen, um dich aufzumuntern? Meist hilft das schon, um unseren Blick neu auszurichten.
(4) Fehlende Rituale für sich selbst
Wie oben schon beschrieben, haben wir uns oft im Laufe der Jahre Gewohnheiten angeeignet, die nicht immer förderlich für unser Seelenwohl sind. Doch bevor wir hier mit großen Vorsätzen rangehen und Dinge grundsätzlich verändern wollen, sind kleine Rituale oft leichter umsetzbar und in den Alltag zu integrieren. Sie wirken gerade deshalb, weil sie Wiederholung schaffen, Sicherheit geben und vor allem: Bewusstsein in den Alltag bringen. Kleine Rituale helfen uns im Alltag, zurück zu uns zu kommen.
Das können winzige neue Gewohnheiten sein, die zwischen all dem Funktionieren-Modus eingebaut werden. Sie geben dir das Gefühl: Ich bin es wert. Ich achte auf mich.
Ein kleiner Anfang, der am Ende viel bewirken kann.
Mein Tipp: Wähle ein kleines Ritual, das du fest in deinen Alltag integrierst, zum Beispiel bei der ersten Tasse Kaffee oder Tee am Morgen: Einen positiven Impuls oder ein Zitat aus einem Sprüchekalender auf dich wirken lassen. Wichtig ist nicht die Dauer, sondern die Regelmäßigkeit.
Es geht um die kleinen Dinge – nicht um große Veränderungen.
Selbstliebe im Alltag: Kleine Geschenke an dich selbst
Das schönste und wichtigste Geschenk, das du dir selbst machen kannst, ist zuallererst: dich wichtig zu nehmen und sanft zu dir zu sein. Damit fällt es dir leichter, dir selbst etwas Gutes zu tun und dir dies ohne schlechtes Gewissen zuzugestehen. Hier sind wir wieder bei den kleinen Ritualen:
- eine Tasse Kaffee oder Tee ohne Handy oder Fernseher – lenkt deine Aufmerksamkeit bewusst auf dich selbst
- ein kurzer Moment mit der Frage „Wie geht es mir gerade?“ – einfach mal wieder in dich hineinhorchen
- einen Augenblick Ruhe, um einen schönen Spruch auf dich wirken zu lassen (Anregungen findest du hier oder in meinen Tischaufstellern und Postkarten)
- drei Minuten Ruhe an der frischen Luft – bestenfalls mit Blick in die Natur
- wenn möglich ein bewusst gestalteter Arbeitsplatz – damit du dich auch bei der Arbeit wohlfühlen kannst
- ein Tischaufsteller mit positiven Impulsen als Erinnerung im Alltag
- deine Lieblingsschokolade für kleine Genussmomente
- ein besonders gutes Duschgel für Mini-Wellness-Momente
Du kannst diese Liste ganz individuell für dich weiterführen und überlegen, womit du dir selbst im Alltag eine Freude machen kannst.
Selbstfürsorge beginnt genau hier: Bei den kleinen Momenten, in denen wir uns erlauben, uns selbst wichtig zu nehmen.
Der positive Effekt:
- Du schaffst bewusste Pausen im Alltag.
- Durch diese kleinen positiven Momente reduzierst du Stress.
- Du erinnerst dich regelmäßig an deine eigenen Bedürfnisse.
- Mit deinen Selbstfürsorgeritualen stärkst du dein Selbstwertgefühl.
Mein persönlicher Tipp für dich:
Manchmal sind es kleine Erinnerungen, die uns im Alltag helfen, achtsamer mit uns selbst umzugehen. Ein liebevoller Spruch auf dem Schreibtisch, eine Karte am Spiegel oder ein täglicher Impuls können uns daran erinnern, kurz innezuhalten und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Genau aus diesem Gedanken heraus sind meine Postkarten und Tischaufsteller entstanden. Sie möchten dich dabei begleiten, dir immer wieder kleine Momente der Selbstfürsorge zu schenken.
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